Über Passions in Context

In den letzten Jahren hat das Thema Emotionen in vielen verschiedenen Disziplinen große Aufmerksamkeit auf sich gezogen: in der Geschichtswissenschaft, der Ethnologie, der Soziologie, Politologie, Rechtswissenschaft, Ökonomie, den Kultur- und Medienwissenschaften ebenso wie auch in der Literatur. Diese neue Aufmerksamkeit fällt mit einer Umwertung zusammen. In der Philosophie zum Beispiel, einem Fach, das die Affekte und Gefühle lange Zeit entweder ignoriert oder sogar mit Verachtung bedacht hat, werden sie nun als eine positive Kraft angesehen. Viele Jahrhunderte lang war die Vernunft das Ideal der Philosophie, die Leidenschaften hingegen nur störende Mächte, die zu bekämpfen waren. Inzwischen ist die harte Gegenüberstellung von (guter) Vernunft und (schlechten) Emotionen nicht nur zugunsten der Vorstellung einer Rationalität von Gefühlen aufgegeben worden, Emotionen werden nun sogar als etwas betrachtet, das absolut notwendig ist, um sich mit der Welt auseinanderzusetzen und auch moralisch zu urteilen. Diese neue Wertschätzung wird von Entdeckungen in den Naturwissenschaften, etwa der Hirnforschung, unterstützt. Dadurch sind neue Brücken zwischen den traditionellen Repräsentanten der Emotionen, den Künsten, und den Wissenschaften geschlagen worden.

Das Interesse an der Theorie und der Geschichte der Gefühle ist heute aber nicht nur quer über die Fächergrenzen, sondern auch über die Grenzen nationaler Wissenskulturen hinweg zu finden. Vor allem in den englischsprachigen Ländern und in Deutschland haben sich inzwischen besondere Zentren zu ihrer Erforschung gebildet. Bisher hat dieses Interesse noch kein Forum gefunden, in dem Beiträge mit solch weitgefächterten Interessen publiziert werden können. Passions in Context soll solch ein Forum darstellen.

Eine gründliche Untersuchung dieser Themen kann weder von einer Disziplin allein geleistet werden, noch kann ein einzelnes Fach die Diskussion dominieren. Jede Ausgabe soll daher in einem inhaltlichen Schwerpunkt Beiträge aus verschiedenen Fächern miteinander ins Gespräch bringen. Diese weit gefächerte Ausrichtung von Passions in Context bedeutet nicht nur, dass die Auswahl der Beiträger die Internationalität und Multilingualität des Themas berücksichtigt, sondern auch ein Bewusstsein von der historischen Unterschiedlichkeit der Gefühle. Beiträger aus aller Welt sind daher eingeladen, ihre Texte einzureichen. Die Zeitschrift legt dabei nicht nur auf hohe wissenschaftliche Standards, sondern auch auf die stilistische Qualität der Texte wert. Die Arbeit der Zeitschrift wird von einem Beirat unterstützt, der sich aus einer Reihe international anerkannter Forscher aus verschiedenen Disziplinen zusammensetzt.

Jede Ausgabe ist in drei verschiedene Abschnitte unterteilt. Sektion I besteht aus Artikeln zu einem thematischen Schwerpunkt. Sektion II sammelt Beiträge zu älteren Schwerpunkten und zu Fragen allgemeinen Interesses für die Geschichte und Theorie von Emotionen. Sektion III enthält Buchrezension sowie Besprechungen von exemplarischen künstlerischen Auseinandersetzung mit Emotionen, wie Ausstellungen, Theateraufführungen und Filmen.

Die Herausgeber sprechen für die einzelnen Themenschwerpunkte gezielt Beiträger aus unterschiedlichen Fächern an. Gleichzeitig werden aber auch andere Autoren durch einen allgemeinen Call for Papers gebeten, ihre Beiträge einzureichen. Um einen gleichbleibend hohen Standard wissenschaftlicher Qualität zu garantieren, werden die Beiträge in Passions in Context von führenden Experten peer reviewed.

Passions in Context ist eine Online-Zeitschrift. Um eine möglichst große Leserschaft zu erreichen, ist der Zugang zur Website und zu den Artikeln kostenfrei. Zudem erlaubt es diese Form der Zeitschrift auch, die einzelnen Beiträge, gerade wenn sie zum gleichen Thema sind, miteinander in Beziehung zu setzen, unabhängig davon, in welcher Ausgabe sie erschienen sind. So werden Beiträge aus Sektion II, die sich auf einen der vorausgegangenen Schwerpunkt beziehen, über ein allgemeines Register mit diesen verlinkt werden. Im Laufe der Zeit entsteht dadurch eine sich immer weiter vergrößernde Plattform für einzelne Themen und ein Netzwerk verwandter Fragen und Untersuchungen, die ihre Gegenstände mit Hilfe verschiedener Medien bearbeiten.

Passion in Context erscheint zweisprachig. Artikel können entweder auf Englisch oder auf Deutsch eingereicht werden. Nach Möglichkeit sollen sie übersetzt und in beiden Sprachen veröffentlicht werden.

Passion in Context erscheint zweimal im Jahr.

What the journal is about

In recent years, the emotions have gained increased attention in a wide variety of disciplines including anthropology, history, sociology, political science, legal theory, criminology, economics, cultural and media studies as well as literature. The attention goes along with a reevaluation. In philosophy for example, a discipline that often not only ignored the emotions, but viewed them with contempt, they are now considered as a positive force. For centuries, reason embodied the philosophical ideal; the emotions were seen as disruptive to the very endeavor of philosophy and were therefore to be combated and overcome. Now this rigid opposition between (good) reason and (bad) inclination is not only abandoned in favor of a view that promotes the rationality of feeling, but emotions are even regarded as something necessary for approaching the world and making moral judgments. This view is supported by recent discoveries in the natural sciences, particularly in neurology. This development has in turn built new bridges between the arts – the traditional representatives of the emotions – and science, with researchers becoming ever more curious about their connection. This growing interest in the history and theory of emotions is now both interdisciplinary and international. In particular in the English speaking world and in Germany are developing special centers for the research in the history and theory of emotions. Until now this interest has lacked a forum where contributions with such a wide orientation can be published. Passions in Context will be such a forum.

We believe that rigorous examination of the subject cannot be limited to, nor even dominated by a single discipline. Therefore, each issue will present contributions from a variety of disciplines all treating a common topic or theme. The international focus of Passions in Context implies not only an international and multilingual selection of contributors, but also a thematic awareness of the cultural and historical diversity of emotions. Contributors from all over the world are invited to send in texts of high scholarly standard and literary quality. The work is supported by a board of advisors, a number of internationally renowned scholars from different disciplines. Each volume is divided in three different sections. Section I consists of articles related to a certain main topic. Section II collects articles of general interest for the history and theory of emotions. Section III contains book reviews, reviews of exhibitions, theatrical performances, or films. The editors will solicit contributions on the particular theme of each issue from a variety of disciplines. At the same time there will be a general call for papers inviting others to contribute articles.

Passions in Context is peer reviewed. Leading scholars from around the world will be reviewing contributions and upholding the highest standards of scholarly rigour. The main platform for Passions in Context is the internet. To make the journal available for a great number of readers, the access to the website and to the articles is free of charge. Apart from availability, the online format of Passions in Context will allow us to link all articles relating to a particular topic no matter when they are published. Thus articles published in Section II which relate to a topic previously chosen as a theme for Section I of an earlier issue will be grouped together with those contributions by way of an additional link. This will facilitate a growing collection of articles for every subject and will form a network of related questions and inquiries. Moreover, we would like to take advantage of the journal’s presence on the internet, so as to incorporate not only written texts but other media as well including contributions from the arts.

Passions in Context is bilingual. The articles may be submitted either in English or in German. If possible they will be translated and published in both languages. Passions in Context will appear twice a year, beginning in spring 2010.